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Geschichten

Es erblüht: die Gartenfantasie

2018-07-15 07:51
Existenzgründung mit neuer Website

Endlich selbstständig! Mit der Liebe des Lebens

In der Natur und mit der Natur zu arbeiten, das ist Peter Lehmanns Leben. Das ahnte er schon in jungen Jahren, als er auf dem elterlichen Bauernhof aufwuchs. Wenn er mit den eigenen Händen Pflanzen ziehen, säen und ernten kann, ist er in seinem Element. Und es macht ihn glücklich! Jetzt macht der Meisterlandwirt aus Jeuss in der Schweiz auch andere glücklich: Mit GARTENFANTASIE bietet der Existenzgründer mit dem grünen Daumen Gartenpflege und Hilfe rund um den Gemüsegarten an. Ich bin dankbar, dass ich Peter ein Stück seines Weges begleiten durfte.

Peter lernte ich in meinem allerersten Alpsommer im Jahr 2014 kennen. Wir waren gerade am Vortag nach oben auf die Alp gezügelt, als mein Chef Markus, Peter und ich zum Zäumen in den Ritz gingen, auf die höchste Weide***. Viele weitere gemeinsame Abenteuer sollten folgen. Bis 2018 auf Peter das Abenteuer Selbstständigkeit wartete.

Der Name GARTENFANTASIE schlummerte wohl schon seit längerem in Peters Herz. Für ihn hat die wundervolle Grafikerin Wibke Glück eine visuelle Identität geschneidert. In Peters ganz privater Gartenfantasie-Welt in Jeuss haben wir Fotos gemacht, von ihm, seinen Pflanzen, von seinen großen, kräftigen Händen, von seiner Arbeit. Und wir haben die Website erarbeitet: zuerst die Struktur für die Kapitel und Unterkapitel, dann Text und Konzept.

Ich freue mich so sehr, dass Peter sich mit seiner Leidenschaft, in der Natur und im Garten zu arbeiten, selbstständig gemacht hat! Denn wir sind doch immer dann am Besten, wenn wir genau das machen, was wir am liebsten tun. Lieber Peter, dir und deinen Kunden wünsche ich von Herzen viel Freude mit deiner GARTENFANTASIE!


*** Hierzu eine Geschichte von der Alp ***

Nach dem Zmittaag gehen Markus, Peter und ich zum Zäunen in den Ritz, die höchste Weide der Salzmatt, die bis auf rund 2.050 m hinaufreicht und damit 400 Meter oberhalb der Hütte liegt. Peter, ausgestattet mit einer stattlichen Statur und einer ordentlichen Portion Muskeln, schreitet weit aus. Dazu unterhält er sich mit Markus, ohne auch nur einmal nach Luft zu schnappen, trägt lässig den Schlegu und rammt mit jedem Höhenmeter Schwüre um Schwüre in den Boden. Ich komme kaum hinterher, geschweige denn kann ich mich an der Unterhaltung beteiligen. So versinke ich in meine Arbeit: Ich bin dafür zuständig, die Stacheldrähte, die Markus spannt, an den Zaunpfählen zu fixieren. An den steileren Passagen verlaufen drei Drähte, sonst zwei. Was ich zum Arbeiten brauche, habe ich in der olivgrünen Hefttasche, die schräg über meinem Oberkörper hängt, dabei: ein paar Hundert Hefte oder Agraffa, einen Hammer und eine Zange. Kurz bevor Peter im Pfeiltempo vorausgeht und die Zaunpfähle einschlägt, versorgt er mich mit einem wichtigen Tipp: „Die Hefte musst Du schräg einschlagen, schau, so. Denn siehst Du hier die Holzfaser, die gerade von oben nach unten verläuft? Die Spitzen der Hefte müssen in unterschiedlichen Fasern stecken, sonst finden sie keinen Halt und fallen schnell wieder heraus“, erklärt Peter mir. Gesagt, getan. In der Konzentration auf meine neue Aufgabe gehe ich gleich auf. Es ist kühl und trocken. Still arbeite ich vor mich hin. Zwischendurch hebe ich immer wieder den Blick und lasse ihn kurz über die Landschaft schweifen, die auf den Bergfrühling wartet. Manchmal hat Markus den Draht so fest gespannt, dass ich mich mit meinem ganzen Gewicht dagegen legen muss, um ihn am Zaunpfahl festnageln zu können. Die Stacheln drücken durch meine Hose und mein Hemd, nur durch den Stoff der Tasche kommen sie nicht durch. Als ich das begreife, nutze ich die Tasche kurzerhand als Puffer zwischen dem Stacheldrahtzaun und meinem Körper. So geht es jetzt besser.

An manchen Stellen muss ich einfach vertrauen: Da stehe ich nur auf Zehenspitzen auf kleinen Felsvorsprüngen oder Erdbrocken und muss mich irgendwie schräg am Abgrund entlang hinüberlehnen, um das Heft einschlagen zu können. Aber Peter wird die Schwüre schon fest in den Boden gerammt haben und hoffentlich keine faulen.

Stetig geht es die Weide hinauf. Der Zaun, den wir bauen, verläuft parallel zu einer Abbruchkante. Würde ein Tier hier keinen Halt finden, wäre sein Sturz den Abhang hinab tief, schnell und haltlos. Hinab, das ist in Richtung Seeli, einem kleinen natürlichen See auf einer tieferen Weide nahe des Seelihuses. Wenn ich ehrlich bin, sind mir die Örtlichkeiten und Zusammenhänge aber noch nicht klar. Ich muss mich so auf meine jeweilige Aufgabe konzentrieren, dass mein Blick auf das große Ganze noch nicht frei ist. Welche Tiere wann wo sein werden, wo genau die Weiden verlaufen, ob wir gerade etwas einzäunen oder etwas auszäunen, das erschließt sich mir noch nicht. Ich versuche einfach das, was ich gerade erledigen soll, gut zu machen. Dass ich Fragen stellen werde, die sich nach nur wenigen Tagen auf der Alp selbst für meine eigenen Ohren schlichtweg doof anhören, gehört wohl dazu. Zum Beispiel werde ich Markus fragen, warum die Weiden von so vielen parallelen Furchen durchzogen sind. Sie sehen nämlich fast aus wie ein Acker, der auf die Aussaat wartet. Markus scheint es gewohnt zu sein, dass sich Zugereiste wie ich die einfachsten Dinge nicht herleiten können, und wird mir geduldig erklären, dass es sich um Rindertritte handelt, entstanden über die Jahrzehnte und Jahrhunderte, die die Tiere in den Sommern hier oben ihre Bahnen ziehen.

Kein Mensch hat erwartet, dass ich vom ersten Tag an alles weiß, alles kenne und alles verstehe. Ich bin auch nicht die erste Angestellte, für die Markus und Stefanie sich entschieden haben, die weder aus der Landwirtschaft kommt noch Alp-Erfahrung mitbringt. Alles hier hat seinen Platz und ich habe die Möglichkeit, meinen zu finden. Sonst wäre ich jetzt nicht hier. Das Mantra bringt mich den Berg hinauf.


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KATHARINA AFFLERBACH
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